Bundeskongress der Räte der Religionen

In vielen Kommunen haben sich in den vergangenen Jahren Räte der Religionen und vergleichbare Strukturen gebildet (z.B. Runde Tische der Religionen, Foren der Religionen). Sie vernetzen die Religionsgemeinschaften, fördern den Dialog mit der Stadtgesellschaft, organisieren Veranstaltungen der interreligiösen Bildung und Begegnung, vermitteln bei Konflikten, nehmen Stellung zu gesellschaftspolitischen Themen und anderes mehr.

Räte der Religionen sind unseres Erachtens ein Zukunftsmodell. 2018 haben die Räte der Religionen in Hannover und Frankfurt am Main daher den Bundeskongress der Räte der Religionen begründet.

Die Grundsatzerklärung des Kongresses finden Sie hier.

Aktuell

Seit die Räte der Religionen in Frankfurt und Hannover 2018 den Bundeskongress der Räte der Religionen ins Leben gerufen haben, hat sich die Zahl der teilnehmenden Räte und Foren der Religionen stetig erhöht. Mittlerweile stehen über den Bundeskongress über 50 lokale Dialoginitiativen miteinander in Kontakt. Gleichzeitig ist auch das Interesse am Kongress von außen gewachsen.

Am vergangenen Dienstag konnten die Organisatoren den Bundeskongress auf Einladung der Eugen-Biser-Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration bei einer Veranstaltung im (virtuellen) Bundeskanzleramt als eines von fünf ‚best practice‘-Modellen des interreligiösen Dialogs in Deutschland vorstellen. „Wir haben uns sehr über die Einladung und die Möglichkeit gefreut, den Bundeskongress bei dieser wichtigen Tagung vorzustellen“, sagte Sarah Wohl, Geschäftsführerin des Rates der Religionen Frankfurt, und fügte hinzu, dass es „umso schöner war, dass einige der Teilnehmenden mit unserer Arbeit schon vertraut waren und sich im Gespräch gezeigt hat, dass sie das Modell von Räten der Religionen für wegweisend halten“. Ein Teil der Veranstaltung wurde auf dem YouTube-Kanal der Eugen-Biser-Stiftung live gestreamt.

Die Bundesbeauftragte, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und dem Engagement der Projektträger. Der Staat habe, so betonte sie, die Aufgabe, den Verfassungsauftrag der Religionsfreiheit „mit Leben zu füllen“. Dazu gehöre die Förderung des interreligiösen Dialogs, der den gesellschaftlichen Frieden in der Vielfalt stärke. „Je besser sich die Religionen verstehen, je weniger Konflikte es gibt, desto besser ist es auch für die Gesellschaft“

„Staatsministerin Widmann-Mauz hat die Bedeutung des interreligiösen Dialogs mit klaren Worten betont und den Räten der Religionen den Rücken gestärkt. Über diese politische Unterstützung aus Berlin freuen wir uns sehr“, sagte der Vorsitzende des Trägervereins Haus der Religionen Hannover, Wolfgang Reinbold, am Rande der Konferenz. „Die Unterstützung durch die Integrationsbeauftragte wird die Entwicklung interreligiöser Strukturen in den Kommunen weiter befördern.“

Die Sprecherin des Rates der Religionen Hannover, Hamideh Mohagheghi, betonte in ihrem Konferenz-Beitrag die Bedeutung der Räte der Religionen für den intra- und interreligiösen Dialog sowie das Gespräch mit Gesellschaft und Politik. Die jüngsten Anschläge in Paris, Nizza, Dresden, Wien oder Kabul zeigten einmal mehr, wie notwendig es sei, den interreligiösen Dialog stärker in den Fokus zu rücken. „Der Bundeskongress der Räte der Religionen ist eine wichtige Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Kompetenzen. Nun braucht es vor allem eine dauerhafte Finanzierung und eine Geschäftsführung, damit wir diese Arbeit in den kommenden Jahren zuverlässig leisten können“. Dies sei umso dringender, da aktuell in weiteren Städten Neugründungen vorbereitet würden.

Einen umfangreichen Pressspiegel zur Veranstaltung finden Sie hier.
Die aufgezeichneten Teile der Veranstaltung (Begrüßung und Podiumsdiskussion) können Sie sich hier noch einmal ansehen.

Kontakt: mail@bundeskongress-religionen.de oder rekel@haus-der-religionen.de.